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Schmetterlinge zählen nicht die Monate, sondern die Momente

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Schmetterlinge zählen nicht die Monate, sondern die Momente2018-09-20T10:51:22+00:00

Project Description

Kunstausstellung – Öffnungszeiten

Ausstellung: 05.10.2018 – 26.10.2018

Vernissage: 05.10.2018 ab 19:00 Uhr
Einführung durch Pfarrer Stefan Staubli: 20:00 Uhr

Es ist uns eine große Freude und Ehre, Herr Stefan Staubli, Pfarrer der katholischen Kirche Winterthur als Gast an unserer Vernissage wissen zu dürfen. Er wird die Ausstellung mit einer Rede zum Thema der Vergänglichkeit eröffnen.

Finissage: 26.10.2018 ab 19:00 Uhr

Öffnungszeiten vom 05.10.2018 – 26.10.2018:
Do – Fr: 17:00 – 19:00 Uhr
Sa: 15:00 – 17:00 Uhr
So: 15:00 – 17:00 Uhr
oder nach Vereinbarung

Während der übrigen Zeit der Ausstellungsdauer ist die Ausstellung jederzeit nach Vereinbarung zugänglich.

Schmetterlinge zählen nicht die Monate, sondern die Momente – Einladung als PDF ansehen

Einladung zur Ausstellung und Vernissage

SCHMETTERLINGE ZÄHLEN NICHT DIE MONATE, SONDERN DIE MOMENTE
ÄSTHETIK UND WERTIGKEIT DER VERGÄNGLICHKEIT
In unserem letzten Newsletter, der bereits über ein Jahr zurückliegt, kündigten wir an, die nächste Ausstellung in Fortführung des Ausstellungsthemas “Fallende Blätter berühren den Himmel“ zu gestalten. Die Ausstellung 2016/17 hatte die Vergänglichkeit und die Ewigkeit in dialektischer Hinsicht zum Thema. In der diesjährigen Ausstellung wollen wir unter dem Titel“ Schmetterlinge zählen nicht die Monate, sondern die Momente“ vor allem auf die Vergänglichkeit fokussieren.

Das Thema der Vergänglichkeit ist ambivalent. Wir alle sind uns der Vergänglichkeit aller Dinge bewusst, leben seit unserer Geburt der Endlichkeit entgegen und vermögen es nicht, der Zeitlichkeit zu entrinnen.
Oftmals begegnen wir der vergänglichen Schönheit mit Wehmut oder Trauer und verkennen dabei, dass die Vergänglichkeit auch eine Schönheit offenbaren kann.

Warum aber fällt es uns so schwer, die Schönheit oder Wertigkeit in der Vergänglichkeit zu erkennen?

Im Bewusstsein der Vergänglichkeit aller Dinge versuchen wir oft, diesen Aspekt des Lebens auszublenden oder ihn weit von uns weg zu drängen. Die Angst vom Verlust dessen, was man ist oder hat, und die Ungewissheit, was auf diesen Verlust folgt oder auch nicht folgt, mögen uns gedanklich herausfordern, erschüttern oder auch dazu bewegen, diese Unabwendbarkeit zu ignorieren oder zu bekämpfen.

In vielerlei Hinsicht werden wir zudem in unserer Gesellschaft dazu verleitet, diesen Aspekt der Vergänglichkeit von uns zu weisen oder diese überwinden zu versuchen. Dem gegenüber ist die Suche nach einem Jungbrunnen stets anhaltend und die Sehnsucht nach dem Elixier der Unsterblichkeit ist nach wie vor ungebrochen und wird zuweilen in Markt und Forschung effizient propagiert. Anti-Ageing und Antioxidantien sind dabei nur zwei Begriffe aus diesem Leben bewahrenden Diskurs.

Doch warum wollen wir nicht altern? Worin liegt die Faszination von Antioxidantien? Vor allem in Anbetracht, dass unser menschliches Leben von dem oxidativen Prozess grundlegend abhängt. Und warum und für wen wollen wir unser Leben und unser Vermächtnis (unverändert) bewahren?
In der langen und intensiven Vorbereitung zu unserer Ausstellung versuchten wir eine Schönheit in der Vergänglichkeit zu finden. Was wir fanden, war aber nicht nur eine Schönheit in der Vergänglichkeit, sondern eine Ästhetik, in welcher oftmals Schönheit, Glück, Traurigkeit und Wehmut zugleich auftreten, was den Schluss vielleicht nahelegt, dass dem Bewusstsein der Vergänglichkeit aller Dinge diese emotionalen Gefühle immanent sind.
Mit unserer Ausstellung „Schmetterlinge zählen nicht die Monate, sondern die Momente…“ möchten wir Sie einladen und ermutigen, uns auf der Spurensuche nach der Schönheit und Wertigkeit des Vergänglichen anzuschließen.

GEDANKENFRAGMENTE UND ERLÄUTERUNGEN ZUR AUSSTELLUNG UND EINIGEN WERKEN

PROLOG
Vom Urknall zum Universum, zu den Galaxien, zu den Sternen und Planeten, zur Erde und zum Leben, zum Menschen und seinen Werken; alles vergeht, aber verschwindet nicht, sondern wandelt sich. Im Universum liegt der Samen des Lebens, des Menschen. Bereits In der Larve ist die Raupe und in ihr der Schmetterling. Eine ewige Metamorphose. Alles ist zerbrechlich, empfindlich, sowohl von sich selbst heraus, als auch vom Charakter des «Ganzen» aus. Darüber gibt es als «Ewig» nur Gott, sofern es ihn gibt. Mit all den Wissenschaften, all seinen Bemühungen ist der Mensch bis anhin nur der Vergänglichkeit, der Zerbrechlichkeit, der Flüchtigkeit begegnet, dem Wandel. 13,9 Milliarden Jahre Veränderungen, vom Kleinsten bis zum Größten, vom Kürzesten bis zum Längsten. Obwohl wir mit unseren Naturwissenschaften das «Nichts» berechnen und definieren, ist es uns nie gelungen es zu finden oder als real zu erkennen.

Durch das Vergängliche, durch die Vergangenheit sehen und erkennen wir oft erst die Gegenwart und deren Werte und Bedeutung. Unsere Welt, unser Leben, unsere Probleme, unsere Meinungen und Ideen sind wie der Blick durch mattes oder gefärbtes Glas. Es erlaubt wohl einen Durchblick, aber getrübt oder gefärbt und selten klar. Erst wenn der matte, getrübte Blick der Gegenwart wie ein Fenster zerbricht, sehen wir klarer nach «draußen».

Wir erarbeiten Dinge, gestalten unsere Umgebung, bauen große Infrastrukturen. Wir nennen Vieles unser Eigen, weil selbst erschaffen oder erworben und trotzdem ist Nichts unser Eigen. Da helfen die höchsten Mauern wenig bis gar nichts, um uns, unser Eigentum zu schützen. Schlussendlich müssen wir alle «Alles» abgeben, loslassen, sogar uns selbst. Wohin? Niemand weiß es und niemand kann es uns sagen. Die Religionen versuchen diese Lücke zu füllen, aber schlussendlich werden wir wahrscheinlich zu dem zurückfinden, wo wir hergekommen sind, zum «Unendlichen Beinahe- Nichts und Alles». Es bleibt uns nur, die Vergänglichkeit alles Irdischen zu leben, zu akzeptieren und uns zu freuen, dass wir trotz steten Veränderungen noch da sind.

ANGST VOR DEM VERLUST
Wurde bereits zuvor erwähnt, dass wir Menschen uns oft schwer tun mit der Erkenntnis der Schönheit in der Vergänglichkeit, so versuchten wir dies mit dem Verlust zu erklären. Die Angst vom Verlust dessen, was man ist, was man als schön empfindet, was man liebt oder schätzt.

Solchen Verlustängsten könnten wir uns entziehen, würde es uns gelingen, das Rad der Zeit zum Stillstand zu bringen. Dies ist bekanntlich – ohne dabei vom Tod zu sprechen – nicht einfach, wenn überhaupt möglich. Doch zumindest kann man die stetig fortschreitende Zeit ein wenig überlisten und ihr vielleicht, wenn auch nur gedanklich, entrinnen.

Wir alle werden von der Zeit des Lebens umspült und durchdrungen. Wir erinnern uns der Vergangenheit, nehmen die Gegenwart wahr und können gedanklich die Zukunft ausgestalten. Die individuellen und kollektiven Erinnerungen in Gedanken, in Bildern, Objekten oder Erzählungen vermögen es, vergangene Zeiten wieder aufleben zu lassen oder sie nachhaltig zu bewahren. Diese Sammlung von Erinnerungen ist aber nicht nur eine Strategie, sich der Zeitlichkeit zu entziehen, sondern bildet auch unsere Geschichte und Identität. Verliert man eine solche Sammlung, verliert man seine Geschichte. Und mit dem Verlust seiner Geschichte wird man in seinem Selbstverständnis bedroht. Aktueller und prägnanter lässt sich dieser Umstand wohl kaum darstellen, als mit dem kürzlich in Flammen aufgegangenen Nationalmuseum in Rio de Janeiro. In Folge auf diesen immensen Verlust schrieb der brasilianische Architekt Washington Fajardo in der Tageszeitung „O Globo“: „Wir sind eine Nation ohne Erinnerung, die durch den Kosmos wandert, ohne zu wissen, was wir sind, was wir können, was wir träumen, was wir wollen“.

Zahlreich sind solche Beispiele materiellen Verlusts und damit einhergehend dem drohenden Verlust von Geschichte und Identität. Die durch den IS zerstörte antike Oasenstadt Palmyra, die durch die Taliban zerstörten weltgrössten Buddha Statuen von Bamiyan in Afghanistan, nur um zwei solcher aufzuzählen. Aber nicht nur die Zerstörung materieller Dinge vermag einen in seiner Geschichte und Identität bedrohen, sondern auch subtilere Arten kultureller Erosion bedrohen Menschen in ihrem kulturellen und persönlichen Selbstverständnis.

In dieser Hinsicht ist die Vergänglichkeit direkt mit einem Verlust verbunden und verständlicherweise eine traurige Angelegenheit.

Das Streben nach Bewahrung seiner Geschichte, seiner Identität und auch seiner Jugend ist daher durchaus verständlich und notwendig. Doch wie bewahrt man solche Aspekte am besten? Vielleicht indem man sie unveränderlich konserviert und vom Leben abstrahiert?

BEWAHRUNG DURCH ERNEUERUNG
Aus wissenschaftlicher Perspektive vermögen wir den Wert der Bewahrung oder Konservierung durchaus verstehen. In unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen bilden das sorgfältige Sortieren, das präzise Dokumentieren und Archivieren wichtige Elemente. Der Sinn dahinter liegt vor allem darin, dass eine wissenschaftliche Feststellung anhand vorhandener Daten nachhaltig überprüft, verifiziert oder verworfen werden kann. Ein weiterer Sinn dahinter ist aber auch das Kumulieren und das Tradieren des Wissens.

Das Tradieren beruht auf dem Bewahren, der Vermittlung und dem Rezipieren. Ein interessantes und vielleicht auch paradoxes Beispiel unter dem Aspekt der Bewahrung durch Erneuerung bilden die alten shintoistischen und buddhistischen Tempelanlagen in Japan. Alt, nicht in dem Sinn, dass die eigentlichen Tempelstrukturen hunderte von Jahren alt sind, sondern deren Gründung oftmals Jahrhunderte zurück liegt. Die meisten „alten“ Tempel sind aus Holz gefertigt, oftmals in komplexen und aufwendigen Steck- und Keilkonstruktionen ohne Verwendung von Nägeln.

Diese alte Baukunst wird bis heute in die Gegenwart erfolgreich angewandt. Das Wissen bezüglich dieses Kunsthandwerks ging über die Jahrhunderte nicht verloren, sondern wurde erfolgreich von Generation an Generation weitergegeben. Und dies nicht etwa mit einer schriftlichen Abhandlung, sondern aufgrund praktischer Tradierung. Aus praktischen wie auch rituellen Überlegungen unterliegen die Tempelkonstruktionen nämlich einer zyklisch wiederkehrenden Sanierung oder Totalerneuerung, indem die Menschen den Tempel auseinander bauen, um ihn infolge wieder ursprungsgetreu, jedoch mit neuen Materialien zusammenbauen. Durch diese Praxis erhielten sich diese alten Tempel bis in die heutige Zeit und vor allem auch das praktische Wissen bezüglich dieses Arbeitsprozesses.

Mit diesem Beispiel zeigt sich gut, dass das Bewahren nicht nur durch das unveränderliche Konservieren von etwas erfolgt, sondern vor allem dadurch, wie man mit dem umgeht, was bewahrt werden soll.

OHANAMI
Ein Beispiel, in welchem sich die Schönheit der Vergänglichkeit zeigt, ist Hanami, das japanische Kirschblütenfest.

Dann, wenn die Kirschblüten nur für kurze Zeit in voller Pracht erstrahlen, um kurz danach in einem wahren Blüteregen von den Bäumen zu fallen, strömen die Japaner in die Parkanlagen und auf die von Kirschbäumen gesäumten Straßen, um diesem Spektakel der vergänglichen Schönheit beizuwohnen. Dieses prachtvolle Erlebnis abertausender in der Luft schwebenden oder auf den Wassern davontreibenden Blütenblätter erfüllt nicht nur die Japaner mit Freude, wollen doch zunehmend Touristen diesen Moment der flüchtigen Schönheit miterleben. Zeuge dieses freudbringenden Moments, wird man aber auch unmittelbar mit der Vergänglichkeit dieser Schönheit konfrontiert.

Es ist kaum Zufall, dass der kurz weilenden Pracht der japanischen Kirschblüte, der grazilen Schönheit der Pflaumenblüte am knorrigen Ast oder der in der Einsamkeit wachsenden und widrigen Umstände trotzenden Orchidee in der ostasiatischen Kunst eine große Bedeutung zugeschrieben wird, denn sie werden oft als Sinnbilder für den Menschen, seine Empfindungen und Schicksale gebraucht.

Es ist dabei der unmittelbare Anblick oder das Empfinden der momentanen Schönheit, die einem die Gemüter beglücken, zugleich aber auch bewusst werden lässt, dass alles vergänglich ist. „Mono no aware“ ist der japanische Begriff für diese wehmütige Freude über die Schönheit des Augenblicks, der sogleich wieder vergeht.

Wäre diese Schönheit ewig während, so würde sie an Reiz und Bedeutung verlieren. So ist es auch das Vergängliche, das einem den Wert des Lebens offenbart.

Ist es somit auch entsprechend mit dem Altern? Ist unser Leben lebenswert nur aufgrund unserer eigenen Zeitlichkeit? Wohl eine schwierige Frage, die ein jeder selbst für sich beantworten muss.

OXIDANT UND ANTIOXIDANT
Mit Sicherheit lässt sich hingegen sagen, dass unser Leben in biologischer Hinsicht von einem oxidativen Prozess abhängt. Ein Prozess, den man mit dem Altern in Verbindung bringt, vor allem aber mit dem Leben. Für unseren menschlichen Organismus ist dieser oxidative Prozess lebensnotwendig. Ohne Sauerstoff, der Grundlage für einen oxidativen Prozess, würden wir nicht leben. Leben bedeutet somit auch „oxidieren“ und „altern“.
Im Zeitgeist unserer gegenwärtigen Gesellschaft aber sind das „Altern“ und die „Oxidantien“ oftmals negativ konnotiert. Anti-Ageing und Antioxidantien hingegen erfreuen sich einem ungebrochenen Trend. Der Wunsch nach ewiger Jugend oder sogar ewigem Leben ist weit verbreitet und anhaltend. Mit populärwissenschaftlichen Ansätzen versucht man die Antioxidantien als Gegenmittel für den oxidativen Prozess und –Stress anzupreisen und zu verkaufen. Nicht nur, dass dabei oftmals die Lebensnotwendigkeit solcher oxidativer Prozesse für unseren Organismus ignoriert wird, sondern auch die Erklärung, dass die Antioxidantien die „freien Radikale“ – hochreaktive Sauerstoffverbindungen, welche für das Altern und für eine Reihe von Krankheiten verantwortlich gemacht werden – binden und somit den oxidativen Prozess verhindern oder verlangsamen, verkennt dabei, dass die freien Radikale auch lebensbewahrende Funktionen haben und eine zu große Ernährungsergänzung solcher Antioxidantien sogar kontraproduktiv ist und das Krebsrisiko zuweilen sogar erhöht.

DIE ÄSTHETIK DER VERGÄNGLICHKEIT
Die Lebendigkeit also hängt von oxidativen und somit alternden Prozessen ab. Müsste man folglich also nicht auch eine Schönheit in solchen Prozessen suchen und finden?
Schönheit mag hierbei vielleicht nicht der richtige Ausdruck sein, denn Schönheit ist subjektiv. Ganz im Sinne des Zitats „was für die Raupe das Ende der Welt, ist für den Rest der Welt ein Schmetterling“, welches dem chinesischen Philosophen Laotse in den Mund gelegt wird.

Die Ästhetik hingegen beschränkt sich nicht nur auf das Schöne, sondern auf das sinnlich Wahrnehmbare. Es ist vielleicht auch gerade diese vielseitige und oftmals paradoxe sinnliche Erfahrung, die wir beim Anblick der Vergänglichkeit erleben und uns den Umgang damit erschwert.

Schönheit der Vergänglichkeit - Geschöpf des Augenblicks, Thür Art Manufacture

Schönheit der Vergänglichkeit – Geschöpf des Augenblicks

BILD: SCHÖNHEIT DER VERGÄNGLICHKEIT – GESCHÖPF DES AUGENBLICKS, CHRISOTPH THÜR, 2018
Schnell entsteht etwas und sehr schnell ist es wieder vorbei. Wie die Eiskristalle am Zweig nur für kurze Zeit ein Staunen und Bewundern ob der Schönheit erlauben, so flüchtig, so schnell vergehend ist auch unser Dasein im Kontext des Universums.

Erinnerungen an meinen lieben Bruder Didi, Thür Art Manufacture

Erinnerungen an meinen lieben Bruder Didi

BILD: ERINNERUNGEN AN MEINEN LIEBEN BRUDER DIDI, CHRISTOPH THÜR, 2018
Was uns bleibt…ein kleiner Ort, ein Stückchen Erde. Die Seele, all unsere Gedanken, Visionen, Geschichten unseres Lebens, flattern wie Schmetterlinge hinweg. Schön waren sie da, schön, bleiben sie in den Erinnerungen der Hinterbliebenen, bis dereinst auch sie alle gegangen sind.

Wenn dereinst auch unser Weg zu Ende geht, Thür Art Manufacture

Wenn dereinst auch unser Weg zu Ende geht

BILD: WENN DEREINST AUCH UNSER WEG ZU ENDE GEHT, CHRISTOPH THÜR, 2018
Wenn dereinst auch unser Weg zu Ende geht… (Bergsteigerfriedhof am Fuss des Aconcagua)

Getrübte Sicht der Realität, Thür Art Manufacture

Getrübte Sicht der Realität

BILD: GETRÜBTE SICHT DER REALITÄT, CHRISTOPH THÜR, 2018
„Getrübte Sicht der Realität“. Mein „Durchblick“ nach dem Bruch. Scherben erlauben oft eine neue Sicht auf eine klar geglaubte Tatsache. (Salar Uyuni, Bolivien)

Krypta, Thür Art Manufacture

Krypta

BILD: KRYPTA, CHRISTOPH THÜR, 2018
Wenn wir die Welt betrachten, sehen wir alles wie durch ein mattes oder gefärbtes Glas. Erst der Bruch des Glases ermöglicht einen klareren Blick auf die Realität hinter dem Glas. Unsere Wahrnehmung ist schlussendlich nur eine mögliche Interpretation einer angenommenen Wahrheit. (Krypta der frühchristlichen «église St. Bénigne» in Dijon)

Universum und Schwarzes Loch, Thür Art Manufacture

Universum und Schwarzes Loch

BILD: UNIVERSUM UND SCHWARZES LOCH, CHRISTOPH THÜR
Aus unserem Sicht- Fenster, unserem begrenzten Rahmen unserer Möglichkeiten, betrachten und erforschen wir das Universum. Berechnen den Zeitpunkt der Entstehung und des Untergangs. Ein Universum aus 14 Milliarden Jahre unendlicher Ausdehnung in beinahe Lichtgeschwindigkeit, entstanden aus einem Punkt. Sich wieder zusammenziehend zu einem unendlich kleinen und unendlich schweren Punkt. Die Vergänglichkeit des Universums. Wir am Rande, und trotzdem mitten drin dabei.

Doppelhelix, Thür Art Manufacture

Doppelhelix

BILD: DOPPELHELIX, CHRISTOPH THÜR, 2018
Alles Leben trägt in sich den Code seines Wesens, es entsteht, lebt und vergeht. Der Code selbst bleibt länger. Seine Bausteine sogar «ewig».

Debris or 1185 pieces of moments, Thür Art Manufacture

Debris or 1185 pieces of moments

BILD: DEBRIS OR 1185 PIECES OF MOMENTS, PATRICK THÜR, 2018
Wir Menschen schwimmen im Fluss der Zeit. Unser Leben baut auf der Vergangenheit und der Gegenwart auf, stets mit Ausblick auf die Zukunft. Individuelle und kollektive Erinnerungen bilden unsere Geschichte und damit auch unsere Identität. Es ist jene Sammlung von vergangenen Momenten und die Hoffnung auf weitere Momente, die unser Leben lebenswert machen. Man kann uns unserer Geschichte auch berauben, indem man diese Sammlung von Erinnerungen zerstört. Was folglich übrig bleibt, ist ein Trümmerfeld. Ein Trümmerfeld gibt unter Umständen aber auch neuen Grund und Raum für etwas Neues… Wertigkeit, Schönheit, Glück, Schmerz und Trauer sind diesem Bild allesamt eingeschrieben.

Ausschnitt aus Metallbildplastik Ohanami, Thür Art Manufacture

Ausschnitt aus Metallbildplastik Ohanami

AUSSCHNITT AUS METALLBILDPLASTIK: OHANAMI, PATRICK THÜR, 2018
Mono no aware! Die wehmütige Freude über die Schönheit des Augenblicks, der sogleich wieder vergeht.

Orchid, Thür Art Manufacture

Orchid

BILD: ORCHID, PATRICK THÜR, 2018
Die Orchidee ist in der ostasiatischen Kunstgeschichte u.a. ein Symbol für die Reinheit, der Reinheit in der Abgeschiedenheit und einer Beständigkeit in der sich wandelnden Zeit und wurde dementsprechend auch zu einem eigenen Genre der ostasiatischen Malerei. Diese Art der Malerei wurde oft von Kurtisanen-Malerinnen gepflegt, nicht zuletzt auch aufgrund der Assoziation dieser Pflanze im Vergleich mit dem Leben einer Kurtisane. Eine vergängliche Schönheit in der (sozialen) Abgeschiedenheit, die ihr Schicksal trägt.

moments between eternities_I, Thür Art Manufacture

moments between eternities I

moments between eternities II, Thür Art Manufacture

moments between eternities II

BILDER: MOMENTS BETWEEN ETERNITIES I & II, PATRICK THÜR, 2018
Seit unserer Geburt schreiten wir auf dem Pfad der Endlichkeit. Die Zeitlichkeit ist nach Kierkegaard die Synthese von Zeit und Ewigkeit. Oder wie er es poetischer ausdrückt, „der Augenblick ist jenes Zweideutige, darin Zeit und Ewigkeit einander berühren.

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