Der zweite Bereich der Architectural Art bildet die künstlerischen Entwicklungen aufgrund architektonischer Herausforderungen. Oft sind es dabei die Ideen von Architekten oder der Bauherrschaft, die eine einzigartige Wirkung bestimmter Oberflächen wünschen.

Gerade im Bereich der metallischen Oberflächen hat sich daraus ein vielseitiges und eigenständiges Arbeitsfeld herausgebildet, das unter dem Begriff Art LAB zusammengefasst wird. Mit dem Begriff LAB, also Labor, wird vor allem auf die innovative, experimentelle und durchaus auch wissenschaftliche, lösungsorientierte Arbeit an Problemen und Herausforderungen verwiesen. Dabei entstehen individuell entwickelte Oberflächen nach den Vorstellungen und Wünschen der Bauherrschaft oder der Architekten.

Durch Experimente sowie technische und applikationsspezifische Optimierungen vermögen solche Lösungen zwar auch breiter angewendet zu werden, dennoch bleibt jede einzelne Oberfläche ein Unikat mit einem jeweils einzigartigen und somit auch wertvollen Charakter. Dieser entsteht nicht zuletzt durch die Korrespondenz der Oberfläche mit ihrer jeweiligen Umgebung.

Art LAB versteht sich also wahrlich als ein Raum, in dem Herausforderungen und Ideen, kombiniert mit meiner wissenschaftlichen und handwerklichen Erfahrung, zum Labor werden. Hier entstehen Lösungen – und dies durchaus im zweideutigen Sinne des Wortes: chemische Lösungen, die durch Patinierung und andere Verfahren zur Färbung und Veränderung der metallischen Oberflächen beitragen, ebenso wie Lösungen für gestalterische, technische und architektonische Herausforderungen.

So fliessen die im Labor entwickelten Lösungen schliesslich in Kunst und Architektur ein.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit zeigen sich gegenwärtig vier bereits weit entwickelte Anwendungsmöglichkeiten, die im Folgenden näher und etwas ausführlicher erläutert werden.

EDELROST PATINA

Die Archaik und Ästhetik von Rostoberflächen scheinen in den letzten Jahren auf grosses Interesse zu stossen und die Nachfrage, sowie das Angebot von solchen Oberflächen ist ungebrochen gross.

Der vor allem in den 60er Jahren populär gewordene Wetterfeste Stahl (oft auch nur unter dem Markennamen Corten bezeichnet) ist ein Eisenmetall mit geringen Legierungsanteilen von weiteren Elementen.

Diese chemische Zusammensetzung des Stahls hat zur Folge, dass er sich nahezu gleich wie normaler Baustahl verarbeiten lässt und bei entsprechender Exposition in der natürlichen Umwelt auch oxidiert wie Eisen. Durch die Legierungselemente aber bildet sich die Rostschicht zu einer Passivschicht, welche das Weiterrosten des Stahls nahezu verhindert und somit das tragende Material schützt. Ein wirtschaftlicher Vorteil dieses Stahls ist, dass somit ein kostspieliger Korrosionsschutz nicht mehr nötig ist. Ästhetisch vermag dieser Stahl durch die Rostoptik bei vielen überzeugen.

Solche Rostoberflächen sind und entwickeln sich jedoch meistens homogen und tendieren– je nach natürlicher Exposition – über die Zeit hinweg eher einen dunklen Ton anzunehmen.

In den letzten Jahren wuchs die Nachfrage nach Oberflächen mit Rostoptik auch im Innenbereich, wobei oft Ansprüche an Individualität, Beständigkeit und Wartungskomfort gestellt werden.

Aus diesen Anforderungen entwickelte ich ein Verfahren der Rostapplikation, welche sich bezüglich der Farbtönung und Textur vielseitig variieren und aufgrund unterschiedlicher Fixierungsmöglichkeiten beständig konservieren lässt.

Eine kleine Auswahl aus verschiedenen Patinierungen mit Rostoptik

Einsatzgebiete und Referenzen von Rostapplikationen im Innen- und Aussenbereich

Patinierungen Schwarzblechoptik

Ähnlich wie die Rostoptik erfuhr vor allem in den letzten Jahren auch die Schwarzblechoptik von Eisenblechen ein gesteigertes Interesse in der Öffentlichkeit. Schwarzblech bezeichnet Eisenbleche, welche durch ihre unbehandelte, direkt aus dem Walzwerk noch vorhandene anthrazitfarbene Zunderschicht charakterisiert sind. Vor allem in der Innenarchitektur finden solche Oberflächen zunehmend Anwendung, überzeugen Sie doch durch ihre nicht minder archaische Optik und der stets individuellen Tönung und Maserung.

Bei gewissen Anwendungen jedoch muss das Blech geschweisst oder teils geschliffen werden, was die Zunderschicht mit ihrem charakteristischen Ausdruck partiell entfernt und somit in der Gesamterscheinung stören mag.

Eine thermische Nachbehandlung ist nur teils möglich, da vor allem dünnere Bleche oder filigranere Konstruktionen dadurch verzogen werden können.

Eine Alternative um Korrekturen bei Schwarzbelchen vorzunehmen oder gänzlich eine solche Optik zu imitieren, ergibt sich mit einer speziell dazu entwickelten chemischen Behandlung. Dabei sind die Tönung und Textur den Wünschen und Vorstellungen der Kunden anpassbar.

Einige Beispiel von chemisch erstellten Schwarzblechoptiken:

Patinierungen von Bundmetallen

Kupfer und Kupferlegierungen werden seit Jahrhunderten in der Architektur und Kunst verwendet und überzeugen durch ihre Beständig- und Langlebigkeit aufgrund ihrer physikalisch-chemischen Eigenschaften und ihrer ästhetischen Erscheinung.

In den letzten Jahren scheint die Verwendung von Kupfer und Messing im Innen- wie auch im Aussenbereich der Architektur wieder vermehrt an Beliebtheit zu gewinnen. Vor allem die rustikal anmutenden patinierten Flächen erfreuen sich grösser werdendem Interesse.

Die charakteristischen bräunlichen oder blau-grünen Patinas auf Buntmetallen entstehen unter Einwirkung natürlicher Umweltbedingungen. Unter oxidativem Prozess bildet sich auf der Oberfläche des Materials zuweilen über Jahrzehnte hinweg eine Patina, die vor allem – aber je nach Standort variierend – aus Chloriden, Nitraten und Sulfaten aufgebaut ist. Es handelt sich bei einer solchen Patina nicht um den im Volksmund oft, aber fälschlicherweise verwendeten Begriff des Grünspans. Grünspan ist eine Kupferacetatverbindung, ist giftig, wasserlöslich und schädigt das Trägermaterial. Eine Patina hingegen ist nicht wasserlöslich, nicht giftig und schützt das Trägermaterial.

Die Bildung einer solchen ästhetischen blau-grünen Patina kann je nach Standort mehre Jahrzehnte dauern.

Mit unterschiedlichen Rezepturen von chemischen Lösungen lassen sich solche Metalle aber auch in kurzer Zeit generieren. In ihren chemischen Zusammensetzungen mögen diese künstlich erzeugten Patinas durchaus mit den natürlich entstandenen übereinstimmen, ihre Festigkeiten hingegen sind primär minderwertig, wobei sie sich über die Jahre hinweg stets weiter festigen und auch weiterentwickeln.

Mit unterschiedlichen Lösungen und Applikationen können so eine Vielzahl von faszinierenden Patinierungen erzeugt werden, von denen im Folgenden einige präsentiert werden.

Einige Beispiele patinierter Bundmetallen

Referenzen von patinierten architektonischen Elementen

Textured Metal Surfaces

Die neuste Entwicklung aus unserem Atelier sind unterschiedlich strukturierte metallische Oberflächen, die sich beinahe auf jegliches Trägermaterial auftragen lassen, je nach Bedürfnisse metallisch glänzend oder matt, roh oder patiniert werden können.

Der Vorteil solcher Oberflächenbearbeitung liegt neben der beinahe unendlichen Vielfalt an Farbtönen und Strukturierungen auch darin, dass sie sich nahtlos und vor Ort applizieren lassen und so dem behandelten Objekt den Anschein verleihen, als wären sie aus einem Guss geformt worden.

Referenzen von solcher Oberflächenbehandlung